Wenig Arbeit, großer Nutzen: Diese Zimmerpflanzen sind cool

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Die Kletterfeige (Ficus pumila) macht ihrem Namen Ehre.

Seit Jahren ist bekannt: In einer grünen Umgebung zu arbeiten, ist gesund. Zimmerpflanzen beruhigen die Augen (insbesondere bei Computer-Arbeit wertvoll) und verbessern das Raumklima. Jetzt scheint der permanente Informationsfluss erste Früchte zu tragen: Der Zentralverband Gartenbau gab im Januar bekannt, dass es beim Verkauf von Zimmerpflanzen im vergangenen mit knapp vier Prozent (0,4 Mrd. Euro) erstmalig seit Jahren wieder einen Zuwachs gegeben hat. Es spricht sich herum, dass die richtigen Zimmerpflanzen am geeigneten Standort in einem wasserspeichernden Gefäß tatsächlich fast von allein wachsen. Und dass Zimmerpflanzen cool sind.
Kein Händchen für lebendes Grün? Anfängern raten Zimmergrün-Experten zu Bogenhanf (botanischer Name Sanseveria) als ideale Zimmerpflanze. Die schmalen, ledrigen Blätter vertragen sowohl sonnige als auch eher dunkle Standorte. Gute Erfahrungen lassen sich zudem mit Palmen machen. Als anspruchslose Einstiegspflanzen gilt die Kentia-Palme (Howea) für helle Standorte und die Steckenpalme (Rhapis excelsa) für dunklere. Weitere Lichtkünstler sind Schusterpalmen (Aspidistra) und Philodendren (Philodendron), auch Baumfreund genannt .
Meine Lieblingszimmerpflanze ist die zarte Kletterfeige (Ficus pumila). Sie rankt bei guter Pflege sogar die Wände hoch und macht aus dem Büro einen Dschungel. Erstaunt war ich kürzlich am Comer See, als ich meine Zimmerpflanze hübsch gestutzt an der Außenmauer der Villa Mondolfo wachsen sah. An zweiter Stelle steht bei mir das Einblatt (Spathyphillum), das vor dem Wohnzimmerfenster unermüdlich blüht und nach sechs Jahren und einer Umstellung auf hochwertigen Langzeitdünger sogar mit duftenden Blüten. Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass das Einblatt bereits bei 350 Lux genügend Energie aus der Photosynthese zum Wachsen hat. Zum Vergleich: Eine Schreibtischlampe strahlt häufig im Bereich von 500 Lux. Auf Platz drei kommt die Glücksfeder (Zamioculcas). Diese pflegeleichte Pflanze aus Ostafrika gedeiht selbst in dunklen Ecken – wenn sie nicht zu viel gegossen wird. Auf der diesjährigen Pflanzenmesse in Essen wurde eine Neuzüchtung mit fast schwarzen Blättern vorgestellt, die sicherlich ihren Platz in dem einen oder anderen Wohnzimmer finden wird.

Diese Zimmerpflanzen gedeihen auch ohne Grüne Daumen

Ideal für Vergessliche: Das Einblatt (Spathi­phyllum) lässt die Blätter hängen, wenn es gegossen werden will.

Für Vergessliche: Das Einblatt (Spathi­phyllum) lässt bei Trockenheit die Blätter hängen. Foto: Groß

Es gibt Zimmerpflanzen, die mit wenig Pflege auskommen. Hinter schwierigen Namen, wie Zamioculcas und Spathiphyllum und Beaucarnea, stecken anspruchslose Gesellen, die sich auch für unerfahrene Pflanzenliebhaber eignen. Wer sich kräftige und gesunde Mitbewohner aus dem Fachhandel holt, hat schon mal gute Voraussetzungen. Zudem gibt es noch ein paar Tricks, die das Zusammenleben erleichtern.

Entscheidend für die Auswahl des grünen Zimmergenossen sollte nicht nur der eigene Geschmack sondern auch der spätere Standort sein. Denn wichtig für das gedeihen einer Pflanze sind die richtigen Lichtverhältnisse. Einige verbrennen im sonnigen Fenster während andere im Halbschatten aufhören zu wachsen. Deshalb sollte man sich zuerst überlegen, welchen Teil der Wohnung man begrünen will und sich dann von einem erfahrenden Gärtner beraten lassen. Denn die Auswahl an Zimmerpflanzen ist groß.

Der Flaschenbaum mag keine pralle Sonne

Mit wenig Pflege kommen unter anderem diese Arten aus: An warmen und sonnigen Standorten herrschen ideale Bedingungen für Kakteen und wasserspeichernde Sukkulenten. Sie verbrennen auch im Hochsommer nicht und brauchen wenig Pflege zum Überleben. Viel Licht aber keine pralle Sonne mag der Flaschenbaum (Beaucarnea recurvata). Im dicken Fuß der Pflanze aus Mexiko ist Wasser, so dass sie auch längere Trockenperioden übersteht. Hübsche weiße Blüten bildet das Einblatt (Spathiphyllum-Hybriden) an hellen, nicht zu sonnigen Standorten. Die Zimmerpflanze ist ideal für Vergessliche: Sie zeigt durch hängende Blätter an, dass sie gegossen werden will. Bekommt das Einblatt schnell Wasser, richtet es sich wieder auf, ohne Schaden zu nehmen.

Anfänger sollten in Topf mit Wasserspeicher investieren

In hellen Zimmerecken gedeihen auch die unkomplizierte Birkenfeige (Ficus benjaminii) und die Kanarische Dattel-Palme (Phoenix canariensis). Vorausgesetzt, sie werden regelmäßig gegossen und gelegentlich gedüngt. Für Anfänger lohnt sich da die Investition in ein Pflanzgefäß mit Wasserspeicher. Der Fachhandel hält Übertöpfe bereit, in die mehrere Liter Wasser eingefüllt werden. Die Pflanzen holen sich, was sie benötigen. Über eine Anzeige lässt sich zudem leicht erkennen, ob wieder aufgefüllt werden muss. Wer zudem noch in einen Langzeitdünger investiert, schafft beste Voraussetzungen für ein langes Zusammenleben.

Glücksfeder wächst auch ohne viel Licht

Auch für Standorte mit wenig Sonnenlicht halten die Premium-Gärtnereien Pflanzen bereit, die sich für Anfänger eignen. Hübsche Ranken bilden Wilder Wein (Cissus) und die Efeutute (Epipremnum aureum), die sich in dunklen Ecken bewährt haben. Sehr modern wirkt die Glücksfeder (Zamioculcas zamiifolia) mit ihren gefiederten Blättern. Sie kann sich nicht nur an fast jeden Standort anpassen, sondern speichert in den Stielen zudem Wasser. Empfindlich reagiert die Glücksfeder nur, wenn sie zu viel gegossen wird.