Tweets steuern einen futuristischen Garten auf der Chelsea Flower Show

Digitial Capabilities High res

„Digital Capabilities“ ist derzeit auf der Chelsea Flower Show zu sehen.

Zu ihrem 100. Geburtstag gibt sich die altehrwürdige Chelsea Flower Show (CFS) moderner als je zuvor. In London ist ein Garten zu sehen, der auf Online-Aktivitäten reagiert. Die britischen Design-Brüder Harfleet & Harfleet präsentieren ihre futurisches Projekt „Digital Capabilities“ (digitale Möglichkeiten), das sich von Blumenfreunden aus der ganzen Welt per Internet fernsteuern lässt. Es entstand in Zusammenarbeit mit Wissenschaftler der University of Lincoln (Großbritannien).

Den Vordergrund des Gartens bilden gängige Stauden und Gräser. Eine Trennwand verdeckt den hinteren Teil mit exotischen Pflanzen. In die Wand eingelassen sind zahlreiche Fenster, die von einem Computer gesteuert werden. Er reagierte auf Kurznachrichten im Internet-Dienst Twitter: Je mehr Menschen unter dem Schlagwort (Hashtag) #rhschelsea über die Flower Show diskutieren, desto mehr Fenster öffnen sich und geben den Blick auf den verborgenen Garten frei. Zu den ersten Besuchern sollen Kim Wilde und Ringo Star gehört haben, war zumindest bei Twitter zu lesen.

Der moderne Twitter-Garten kam bei der traditionsreichen Royal Horticultural Society, die die Gartenschau ausrichtet, gut an: Das Design wurde mit einer Goldmedaille ausgezeichnet.

Advertisements

Ex-Korrespondenten der Nachrichtenagentur dapd starten neuen Dienst

fmdtest1Wir sind Profis, wir sind gut und wir machen auch nach dem betriebswirtschaftlichen Aus der Nachrichtenagentur dapd (ehemals ddp) im April weiter: Der freie medien dienst (kurz fmd) ist an den Start gegangen. Gegründet haben ihn freie Journalisten aus ganz Deutschland; Kollegen aus dem Ausland sollen hinzu kommen. Wir wollen eine Lücke schließen und Medien mit journalistisch hochwertigen Texten beliefern – mit Hintergrundberichten, Portraits, Features, Interviews und mehr. Gegen angemessene Bezahlung, versteht sich. Mehr Informationen gibt es hier. (Bitte weitersagen!)

Diese Pracht hält lange: Hortensien-Sträucher bezirzen mit tellergroßen Blüten

Schmuckstück: Gartenmeister Ingmar Guldner freut sich über die prächtigen Tellerblüten der Hortensie. Foto: Ralf Decker

Alljährliches Blütenmeer für Balkon oder Garten: Hortensien sind Sommerblüher und schmücken den Garten zwischen Juli und September. In vielen Gärten blühen sie derzeit mit großen bis sehr großen Blütenständen in Weiß, Blau und in allen Rot- und Rosa-Tönen bis hin zum dunklen Violett. Es sind jedoch nicht die Blüten, die gut aussehen, sondern die gefärbten Hochblätter. „Die fruchtbaren Blüten befinden sich zwischen den Kelchblättern und sind klein und unscheinbar“, erklärt Ingmar Guldner, Gartenmeister im Berggarten.

Rund zehn der 80 verschiedenen Arten werden gärtnerisch in Deutschland genutzt und sowohl als Topf- als auch als Gartenpflanzen angeboten. Die Sträucher werden im Durchschnitt um die drei Meter hoch, Kletterhortensien dagegen können über zehn Meter hoch wachsen. Der Name Hortensie leitet sich von dem französischen Frauennamen Hortense ab, denn die Franzosen haben den Strauch Ende des 18. Jahrhunderts in Europa eingeführt.

Die meisten Hortensien gedeihen am besten im Halbschatten, berichtet Guldner. Die Pflanzen mögen nahrhafte und saure Böden mit genügend Feuchtigkeit rund ums Jahr. Schließlich wachsen in ihrer Heimat viele Arten im Bereich der Flussläufe. Die bekannteste Art ist die Bauernhortensie (Hydrangea macrophylla). Sie blüht meist monatelang, denn ihre bunten Kelchblätter fallen nicht ab. Neben etlichen Gartensorten wird sie auch als Zimmerpflanze verwendet. „Allerdings benötigen Hortensien im Winter einen sehr kühlen Standort zwischen drei und zehn Grad, sonst blühen sie im zweiten Jahr nicht mehr“, warnt Guldner.

Sehr beliebt und vielseitig einsetzbar sind Kletterhortensien. Sie werden auch wegen ihrer großen Blütenstände in den sterilen, weißen Randblüten geschätzt, sind sehr schattenverträglich und besitzen Haft-Wurzeln. Die weißen Tellerblüten erscheinen ab Mitte Juni an der Pflanze, die bis zu zehn Meter hoch werden kann. „Sie klettern nicht nur an Baumstämmen hoch, sondern auch an rauen Mauern, Hauswänden, Felsen und Gerüsten – und werden so über viele Jahre zu einer imposanten Erscheinung“, sagt Guldner.

Die Rispenhortensie (Hydrangea paniculata) blüht erst im Spätsommer, wenn viele andere Blütensträucher schon verwelkt sind. „Diese Hortensien-Wildform wird stark von Bienen und anderen Insekten besucht“, erklärt der Gartenmeister. Auch ihr angenehmer Duft ist eine Entschädigung für die spitze Blütenform, die im Gegensatz zu tellerförmigen Hortensien wenig spektakulär wirkt. Ballhortensien (Hydrangea arborenscens) haben auffallend große, weiße und flache Blütenballen bis 20 Zentimeter Durchmesser. Der Strauch hat zudem sehr große Laubblätter, die sich im Herbst rot färben. Der Austrieb der Samthortensien (Hydrangea sargentiana) ist zottelig behaart, ebenso die Oberseite der großen Laubblätter. Die zweifarbige Blüte erscheint von Juni bis August. Achtung: Diese Hortensie verbrennt an sonnigen Standorten.

Wie wird die Blüte blau?

Besonders eindrucksvoll sind Bauernhortensien mit blauen Blüten. Sie lassen sich regelrecht färben – allerdings nur die rosa blühenden Sorten. Denn ob die Blüten blau oder rosa sind, dafür ist der Säuregehalt im Boden entscheidend. So geht es: Ab Erscheinen der Blüten einfach Aluminium-Kaliumsulfat ins Gießwasser geben. Es gibt Spezialpräparate im Fachhandel. Günstiger geht es jedoch mit Alaun aus der Apotheke. Einfach knapp einen gestrichenen Teelöffel pro Liter Gießwasser zufügen. Mit einem Teststreifen den pH-Wert des Bodens testen. Ein Wert von pH 7,36 gibt ein reines Rosa, pH 6,89 Dunkelrosa-Pink, ab pH 5,13 werden die Blüten blau, bei pH 4,5 intensiv Blau. Viel Alaun bewirkt die Blaufärbung über mehrere Jahre.

Frühlingsgefühle für ein paar Cent

Bringen Hormone in Wallung: Bunte Primeln können glücklich machen.

Bringen Hormone in Wallung: Bunte Primeln können glücklich machen.

Kaum ist der Januar vorbei beginnt in den Blumenläden der Frühling: Primeln in allen Farben leuchten um die Wette und signalisieren, dass der Winter bald vorbei ist.  Die bunten Vorboten sind nicht nur schön anzusehen, sie können sogar regelrecht glücklich machen. Denn der Frühling löst ein Gefühl des Neubeginns aus. Die Natur erwacht und im Menschen findet eine hormonelle Umstellung statt, erklärt Professor Helmut Schatz, Internist und Mediensprecher der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (der Lehre von den Hormonen und vom Stoffwechsel). Er zitiert aus dem Gedicht „Stufen“ von Hermann Hesse: „Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne”.

Zum einen sind es die Lichtveränderungen, das Ende der dunklen Jahreszeit, die das Glücksgefühl hervorrufen, erklärt der emeritierte Professor der Ruhr-Universität Bochum. Die Kraft der Sonne sei gewaltig. „In den Wohnungen werden die Menschen von höchstens 500 Lux bestrahlt, draußen in der prallen Sonne können es bis zu 100.000 Lux sein.“ Während im Winter vermehrt das Schlafhormon Melatonin erzeugt werde, beginnt der Körper im Frühling zunehmend unter Einfluss des Glückshormons Serotonin zu stehen. Ausgelöst werden diese Vorgänge auch durch Farben und Düfte. „Pflanzen können da eine große Rolle spielen.“ So appelliert der Internist, Blumen zu verschenken. „Das regt die Sinne an und bereitet Freude.“ Bunte Blüten im Frühling könnten durchaus helfen, Frühlingsgefühle in Gang zu bringen.

Und auch Gerüche haben einen großen Einfluss. „Der Mensch ist viel duftgesteuerter, als viele denken.“ Diesmal zitiert Schatz das Gedicht „Frühling“ von Eduard Mörike: „Süße, wohlbekannte Düfte streifen ahnungsvoll das Land; Veilchen träumen schon, wollen balde kommen.“

Der Mensch müsse aber nicht unbedingt an Stiefmütterchen oder Primeln riechen, um in Wallung zu geraten. Wichtig sei auch der Geruch von feuchter Erde, wenn der Boden taut. Dieser erinnert den Menschen daran, dass bald die Blütenpracht des Frühlings kommt. Es helfe also, die Beete oder Balkonkästen zu bepflanzen, um durch die Sonnenstrahlen und den Geruch von verrotteten Blättern die Hormone ordentlich in Schwung zu bringen. Die ersten bunten Primeln könnten diesen Effekt noch steigern.

Klee im Glück: Rosa Blüten statt Biotonne

 

Was für ein Glück: Der Klee blüht bei richtiger Pflege im Sommer.

Was für ein Glück: Der Klee blüht bei richtiger Pflege im Sommer.

Glücksklee wurde zum neuen Jahr wieder millionenfach verschenkt. Die wenigsten werden ihn allerdings blühen sehen. Denn bis zum Sommer sind die meisten Töpfchen längst im Biomüll gelandet. Schade eigentlich. Die Pflege lohnt sich, denn die kräftigen rosa Blüten in lockeren Dolden sind ein hübscher Gegensatz zu den dunkel gezeichneten Kleeblättern. Bis dahin ist allerdings ein wenig Geduld nötig.

Das Problem: In Wohnzimmer wird der kleine Klee (botanischer Name: Oxalis) schnell unansehnlich. Er braucht neben viel Licht vor allem eine kühle Umgebung, um sich wohl zu fühlen.

Im ungeheizten Wintergarten, im Treppenhaus und am kühlen Schlafzimmerfenster gedeiht er deutlich besser als in der warmen Stube. Sobald kein Frost mehr droht, darf der Klee an einen sonnigen Platz nach draußen. Am besten bekommt er vorher einen größeren Topf. Die Neujahrstöpfchen bieten den Wurzeln zu wenig Raum. Wer mehrere Töpfe Klee besitzt, kann sie zusammen pflanzen. Eine Schale oder ein großer Topf voller Glücksbringer im Garten wirken unwiderstehlich. Ausreichende Feuchtigkeit ist wichtig. Steht er zu trocken, lässt er die Blätter hängen.

Sogar auspflanzen lässt sich der Klee. Seine Zwiebeln müssen dann nur rechtzeitig vor dem Frost wieder ausgegraben werden, denn winterhart ist er nicht. Aber mit etwas Glück gibt es am Ende des Jahres wieder neuen Klee.

Ab nächsten Sommer nicht mehr gießen: Wer jetzt seinen Kiesgarten plant, kommt bald ohne Wasser aus

Bildschirmfoto 2012-12-08 um 19.57.24

Blütenpracht in voller Sonne: Ein gelungenes Beispiel aus dem Buch “Kiesgärten – Blütenpracht ohne Gießen” (Gräfe und Unzer) von Berd Hertle.

Die Natur dient als Vorbild für einen neuen Gartentyp: Kiesgärten seien vor allem in trockenen Regionen ökologisch sinnvoll und zugleich attraktiv und modern, sagt Bernd Hertle, Professor für Freilandzierpflanzen an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf. „Bei richtiger Pflanzenwahl und optimaler Bodenvorbereitung muss solch ein Garten weder gegossen noch gedüngt werden.“

Boden muss vorbereitet werden

Entstanden sei das Konzept aus der Notwendigkeit heraus, mit Wasser sparsam umzugehen. Um einen Kiesgarten anzulegen reiche es jedoch nicht aus, sich viele Steine in den Garten zu holen. Voraussetzung für das Gelingen sei eine optimale Bodenvorbereitung sowie die Auswahl trockenheitsverträglicher Pflanzen. Nur dann komme der Garten künftig mit trockenen und heißen Sommern und warmen Stadtklima klar. Wenig Sinn machten Kiesgärten hingegen in Gebieten mit viel Regen und fetten Böden. Dort sei es oft zu aufwendig, geeignete Bedingungen zu schaffen.“Statt gegen die Natur zu gärtnern sollte solche Flächen besser mit feuchtigkeitsliebenden Stauden bepflanzt werden“, rät der Gartenbau-Professor.

Wer jedoch einen warmen Standort mit mindestens sechs Stunden Sonne am Tag hat und ihn in einen Kiesgarten verwandeln will, müsse das Areal sorgfältig vorbereiten. „Ist der Boden schwer oder verdichtet sollte er unbedingt 40 Zentimeter tief abgetragen werden“, sagt der Experte, der für seinen Ratgeber über Kiesgärtenvergangenes Jahr mit dem deutschen Gartenbuchpreis ausgezeichnet wurde. Ist die oberste Erdschicht entfernt, müsse der Unterboden möglichst tiefgründig gelockert werden. „Das ist wichtig, damit später keine Staunässe entsteht und den Pflanzen schadet“, sagt Hertle.Als neues Substrat werden anschließend ungefähr fünf Teile Split mit einem Teil Kompost vermischt und auf der vorbereiteten Fläche verteilt.

Breites Sortiment steht zur Verfügung

Dann kann gepflanzt werden. Wer Sorge habe, künftig auf eine steinige, monoton bewachsene Fläche zu schauen, den könne er beruhigen. „Es steht ein ganzes Potpourri an geeigneten Gehölzen, Stauden, Gräser sowie Zwiebel- und Knollenpflanzen zur Verfügung“, sagt der Fachmann. Je nach Geschmack könnten Kiesgärten schlicht und elegant mit nur wenigen Arten bepflanzt werden oder aber eine Blumenwiese mit den unterschiedlichsten Farben, Formen und Texturen geschaffen werden, das an ein impressionistisches Gemälde erinnere.

Ideale Eigenschaften brächten Halbsträucher aus dem Mittelmeerraum mit. „Lavendel, Thymian, Wermut, Salbei und Rosmarin drängen sich für die Pflanzung in Kiesgärten geradezu auf“, sagt Hertle. Sie duften zudem gut und sehen durch ihre runde Wuchsform auch im Winter schön aus, sagt Cassian Schmidt, Leiter des Schau- und Sichtungsgarten Hermannshof in Weinheim. Genauso gut geeignet seien Stauden aus den Steppen Südeuropas und Asiens sowie der Kurzgras-Prärie Nordamerikas. Auch ihnen gelinge das Kunststück, trotz Wassermangels und magerer Böden Jahr für Jahr ihre Pracht zu entfalten, berichtet der Professor für Pflanzenverwendung an der Hochschule RheinMain. Diese stressresistenten Sorten kämen auf durchlässigen Böden genauso mit trockenen heißen, wie auch mit etwas feuchteren Sommern zurecht. Auch Frost vertragen sie gut. „Zudem sind Präriestauden langlebig, unkompliziert und fast pflegefrei“, erklärt Schmidt.

Pflegeaufwand ist gering

Im Sichtungsgarten Hermanshof hätten er und seine Kollegen ermittelt, dass es etwa fünf Minuten pro Quadratmeter und Jahr an Arbeitszeit bedarf, um einen Kiesgarten mit Präriestauden zu pflegen. Eine englische Blumenrabatte benötige im Vergleich dazu etwa 30 bis 40 Minuten Pflegezeit. „Hinzu kommt da noch das regelmäßige Gießen.“ Als gut geeignet für deutsche Bedingungen erwiesen haben sich nach Schmidts Erfahrung niedrige Gräser wie Kleines Präriegras(Schizachyrium), Haarschoten- und Moskitogras (Bouteloua), Mexikanisches Federgras (Nassella) sowie Prärie-Tropfengras (Sporobolus). Als Blühpflanzen empfiehlt der Schaugarten-Leiter unter anderem Mädchenauge (Coreopsis verticillata), Gelben Scheinsonnenhut (Echinacea paradoxa), Tennessee-Scheinsonnehut(Echinacea tennesseensis ’Rocky Top’)a Minzblättrige Indianernessel (Monarda mentifolia), Indigolupine (Baptisia) und Prärie-Wildaster (Aster oblongifolius). „Wichtig ist für einen Prärie-Kiesgarten die Pflanzen nicht zu dicht zu setzen, also nicht mehr als fünf bis sieben pro Quadratmeter“, rät Schmidt. So entstehe eine lockere Pflanzung die an eine Blumenwiese erinnere.

Der Hermannshof hat Kombinationen von bewährten Pflanzengemeinschaften auch für Privatgärten zusammengestellt, deren Arten über Jahre nebeneinander wachsen ohne sich zu verdrängen. „Stirbt einmal eine Pflanze sind die Mischungen so konzipiert, dass sich die Lücke aus Samen selbst repariert.“ Listen der Weinheimer Präriemischungen sind auf der Internetseite des Bundes deutscher Staudengärtner zu finden. „Dort stehen auch die Adressen von Gärtnereien, die geeignete Präriepflanzen im Angebot haben und Gartenbesitzer fachkundig beraten können.“

Mit den richtigen Pflanzen Insekten anlocken

Schmetterlinge, Bienen und Hummeln fühlen sich auch in sonnigen, trockenen Kiesgärten wohl. „Durch geschickte Pflanzenauswahl wird der Garte zum Insekten-Magnet“, sagt Hertle. Die Schmetterlings-ArtenTagpfauenauge und Admiral besuchen neben dem bekannten Schmetterlingsstrauch auch Igelkopf, Berg-Astern und Fetthennen als Nahrungsquelle. Der Nachtfalter Taubenschwänzchen umschwärmt die Spornblume. Bienen, Hummeln und Schwebfliegen finden zudem Nahrung an den den Stauden Dost, Thymian, Lavendel, Katzen- und Bergminze.

Literaturtipp: Bernd Hertle: „Kiesgärten – Blütenpracht ohne Gießen“, Gräfe und Unzer, 2010, 19,99 Euro, ISBN: 978-3833819711.

Sichtungsgarten Hermannshof: Babostraße 5, 69469 Weinheim / Bergstraße. Geöffnet Montag bis Freitag, 10:00 bis 16:00 Uhr.

Von Mäusen und Menschen

maus2

So etwa sah sie aus: Die Maus!

In unserem Schuppen wohnte eine niedliche, schwarze Maus. Im Sommer sahen wir sie des Öfteren die Terrasse entlanghuschen. Wir haben uns an sie gewöhnt, doch zwischen teuren Reserve-Autositzen sollte sie dann doch nicht überwintern. Also kaufte der Hausherr eine Lebendfalle. Wir probierten es mit Schinkenstückchen, Stinke-Käse und Reiswaffeln. Bei Nutella als Köder schnappte die Klappe endlich zu.

Das Dilemma begann. Der Fallensteller weigerte sich schlichtweg, den Schuppen auch nur zu betreten. Ob so eine Maus einem dem Arm hochrennt, wenn man die Klappe aufmacht? Die Familie debattierte. Dann kam die eisige Frostnacht. Am Morgen war die Maus schockgefroren. Sie liegt nun unter dem Apfelbaum begraben, die Falle ist im Müll. Und Mäuse sind jetzt jederzeit willkommen.