Die Kolumne: Ein Einblatt fürs Bad der WG

WG-geeignet: Einblatt Spathiphyllum.

Kakteen sind sicherlich die idealen WG-Pflanzen. Sie brauchen keine Pflege, vertragen unregelmäßiges Gießen und haben nichts gegen häufiges Umziehen. Wer es etwas üppiger mag, der kann zur Yucca-Palme greifen. Geht sie mangels Pflege ein, zersägt man einfach gemeinschaftlich den Stamm und lässt ihn in einem Wasserglas auf der Fensterbank neu austreiben. Als anspruchsloser Gast aus Sansibar hat sich Zamioculas zamifolia bewährt. Selbst die dunkelste Ecke in der Wohnung reicht der hübschen Afrikanerin und jedes Blatt legt einen eigenen Wasserspeicher für schlecht Tage an. Auch das Einblatt Spathiphyllum mit seinen weißen Blüten passt gut ins Badezimmer einer Wohngemeinschaft. Die Pflanze mag den warmen, schattigen Standort und den Wasserdampf der Dusche. Und wenn sie gegossen werden möchte, lässt sie demonstrativ die Blätter hängen. Meist dauert es nicht lang, bis sich jemand beim Zähneputzen erbarmt.

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Fette Pflanzen auch ohne Kompost: Drei Dünger zum Selbermachen

Wer keinen Kompost hat, muss auf nicht unbedingt auf industriell hergestellten Dünger zurückgreifen. Günstiger und ökologischer klappt es mit den folgenden drei Rezepten.

Tipp 1: Brennnessel-Jauche

Viele Hobbygärtner schwören darauf als Dünger. Zur Herstellung wird etwa ein Kilo frische Brennnesseln (Handschuhe beim Pflücken anziehen!) zerkleinert und mit zehn Litern Wasser in einem Plastikgefäß angesetzt. Nach etwa zwei Wochen (zwischendurch öfter umrühren, auch wenn es etwas stinkt) wird die Jauche durchgesiebt und im Verhältnis 1:20 mit Wasser verdünnt, dann werden die Pflanzen damit gegossen. Die Jauche wirkt als natürlicher Dünger zur raschen Stickstoffversorgung, zum Beispiel bei Tomaten. Dort soll sie sogar die Pilzfäule bekämpfen helfen.

Tipp 1: Acker-Schachtelhalm-Brühe

Die in den Pflanzen enthaltene Kieselsäure festigt das Pflanzengewebe und erhöht so die Widerstandsfähigkeit gegen echten und falschen Mehltau, Kraut- und Knollenfäule, Rost und Schorf. Für eine Brühe ein Kilo Schachtelhalm mit zehn Litern Wasser vermischen, 24 Stunden stehen lassen, dann eine halbe Stunde köcheln und abkühlen lassen. Zum Gießen die Brühe mit der fünffachen Menge Wasser verdünnen.

Tipp 3: Eierschalen-Sud

Gut geeignet für Zimmerpflanzen. Dazu werden die Schalen von frischen Eiern zerkleinert, in einen alten Topf getan und mit Wasser aufgefüllt. Das Ganze fest verschlossen etwa drei Wochen durchziehen lassen. Zimmerpflanzen, die alle zwei Wochen einmal mit dieser Lösung gedüngt werden, wachsen besser.

Die Kolumne: Mit nackter Pflanze verreisen

Jean Reno und Natalie Portman in "Léon der Profi". Foto: Columbia Pictures

Erinnern Sie sich in Jean Reno in dem Gangsterfilm „Léon der Profi“? Das Herz des Auftragsmörders hängt nicht nur an der kleinen Natalie Portman (mit 12 Jahren ihre erste große Rolle), sondern auch an einer Topfpflanze, da sie wie er „keine Wurzeln hat“. Die hat seine geliebte Aglaonema, auch Kolbenfaden  genannt, natürlich doch – immerhin wächst sie in einem Blumentopf. Die Grünpflanze hat gezeichnete Blätter an langen Stielen und wächst eigentlich in tropischen Wäldern Ostasiens, aber das nur nebenher. Auf seiner Flucht nimmt Léon den Topf stets mit.

Der Kolbenfaden jedenfalls mag es feucht und warm. Keine leichte Aufgabe, da den geeigneten Platz in der Wohnung zu finden. Dafür kommt die Pflanze mit wenig Licht aus. Bester Standort ist da wohl das Badezimmer in der Nähe der Dusche. Wie Aglaonema auf häufiges Umziehen reagiert, ist bislang leider nicht dokumentiert.

Eigentlich keine gute Idee, mit einer Pflanze zu verreisen. Denn viele mögen keinen Standortwechsel. Zum Beispiel Ficus benjamin. Ihn sollte man stets zu Hause an seinem angestammten Platz stehen lassen. Der Zimmerstrauch wirft nach einem Ortswechsel gern die Blätter ab und steht plötzlich nackt da. Und so ein nackter Benjamin kann im Ausland richtig peinlich werden.

Aglaonema und Léon. Foto: Columbia Pictures

Spannendes auf der Fensterbank: Diese Pflanzen sind wirklich cool

Ganz schön gefährlich: Die Schlauchpflanze isst Fliegen (Fotos: Rainer Dröse)

Es muss nicht unbedingt ein Haustier sein: Es gibt auch einige coole Zimmerpflanzen, die sich gut auf der Fensterbank machen oder im Terrarium eine echte Attraktion sind. Hier sind  einige spannende Gewächse, für die sich auch Kinder begeistern können.

1. Fleischfressende Pflanzen

 

Venusfliegenfalle

Ein wenig gruselig aber auch sehr faszinierend: Die insektenvernichtende Schönheiten wachsen hierzulande auch auf der Fensterbank. Pech für die Fliegen, die sich anlocken lässt. Bei der Venus-Fliegenfalle klappen in Sekundenbruchteil die beiden Fangblätter zu, das Insekt sitzt in der Falle und wird verdaut. Nach etwa sieben Mal öffnen und schließen ist der Mechanismus erschöpft und die Pflanze muss neue Blätter bilden. Die imposante Schlauchpflanze lockt mit ihrer Fleisch-Maserung die Insekten an, die dann in die lange Blüte rutschen und verdaut werden.

2. Mimose

Biophytum

Streicheln erwünscht: Diese Pflanze kann ihre gefiederten Blätter bewegen. Mimosen und auch Pflanzen der Gattung Biophytum reagieren auf Berührung und klappen ihre Blätter ein. Mimosen lassen sich sehr leicht im Frühjahr aus Samen ziehen, sind relativ anspruchslos und lassen sich einfach auf der Fensterbank halten. Allerdings sollte Mimosen keine pralle Sonne bekommen und feucht aber nicht nass gehalten werden.

3. Lebenden Steine

Lebende Steine

Diese Sukkulente sieht nicht sehr lebendig aus: Bei den lebenden Steinen kann man das Gießen ruhig mal vergessen. Die zwei miteinander verwachsenen,  knubbeligen Blätter stehen gern am sonnigsten Platz im Haus, brauchen den Winter über kein Wasser und lieben es auch im Sommer trocken. Wenn sie so vernachlässigt werden, belohnen die Überlebenskünstler aus Südafrika ihre Besitzer mit einer weißen oder gelben Blüte.

4. Kanonierblume

Kanonierblume

Sie verteilen ihren Blütenstaub explosionsartig in der Gegend: Wenn die Kanonierblume „Pilea spruceana“ in der Sonne steht und Wasser auf die Blüten kommt raucht es. Es sieht dann ein wenig so aus, als schießt die Pflanze eine Kanone ab. Allerdings brauchen Kanonierblumen viel Luftfeuchtigkeit und hat deshalb im Zimmer meist nur eine kurze Lebensdauer.

5. Baby-Ananas

Baby-Ananas

Obst von der Fensterbank: Der oberen Rest der Ananas muss nicht in den Müll, er macht sich auch im Blumentopf sehr gut. Der Schopf (ohne Fruchtfleisch) sollte über Nacht trocknen und kann dann in Anzuchterde gepflanzt werde. Achtung: nicht zu tief setzen, sonst fault es. Dann muss die Ananas warm und feucht gehalten werden. Wer regelmäßig sprüht und mindestens zwei Jahre Geduld hat, wird sogar mit einer Blüte und anschließenden Früchten belohnt.

6. Avocado

Ein riesiger Kern platzt auf und wächst schnell zu einem Baum heran: Avocados lassen sich recht einfach auf der Fensterbank ziehen. Der Kern keimt, wenn er zur Hälfte in einem Wasserglas steckt. Sicherer ist es allerdings, ihn mit etwas feuchten Kokos-Substrat (gibt es im Baumarkt) in einer Plastiktüte an einen warmen Ort zu legen. Frühestens nach zwei Wochen springt der Kern auf. Wird er dann mit der spitzen Seite nach unten zur Hälfte in Kokos-Substrat gepflanzt und mit einer Tüte abgedeckt, zeigt sich bald ein grüner Keim. Das Bäumchen trägt dunkelgrüne Blätter und wächst schnell. Die ersten Früchte trägt die Avocado aber erst nach etwas zehn Jahren.

7. Rose von Jericho

Wasser erzeugt Leben: Die bereits in der Bibel erwähnten, israelischen Wüstenpflanze Rose von Jericho lässt sich eindrucksvoll wiederbeleben. Wird das vertrocknete Knäul in Wasser gelegt, saugt es sich voll, entfaltet sie sich innerhalb eines Tags und färbt sich von Braun in Dunkeloliv. Nach ein paar Tagen sollte die Pflanze  wieder austrocknen, damit sie nicht schimmelt. Dann rollt sich die Rose von Jericho wieder ein. Diese Auferstehung lässt sich unbegrenzt wiederholen.

8. Judenbart

Judenbart

Es gibt zahlreiche Pflanzen, die ihren Nachwuchs fix und fertig präsentieren. Ausläuferpflänzchen sind unter anderen von Erdbeeren und Grünlilien bekannt. Besonders hübsch ist der Judenbart „Saxifraga stolonifera“ mit nierenförmigen, gemusterte Blättern. An grazilen, hängenden Ausläufer hängen winzige Pflänzchen mit Wurzeln, die nur noch in einen Topf gesetzt werden müssen. Direkt an den Blättern sitzt der Nachwuchs beim Brutblatt, auch Mutter-Kind-Pflanze genannt. Die Babys fallen irgendwann ab. Landen sie auf der Erde, wachsen sie direkt an.