Traumgärten entdecken in Zülpich

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Ein Gartentraum auf der Landesgartenschau Zülpich.

Wer mit dem Gedanken spielt, seinen Garten neu anzulegen, sollte die Landesgartenschau in Zülpich (Nordrhein-Westfalen) besuchen. Landschaftsgärtner haben dort 14 Themengärten an prominenter Stelle gestaltet – so viele wie bislang auf keiner Gartenschau. Gartenfreunde können sich Anregungen holen, wie sich Fachleute ein „Zimmer unter freiem Himmel“ gestalten würden. Wasser ist dabei durchgängiges Thema. Allerdings in ganz unterschiedlichen Interpretationen: Sei es durch einen besonderen Blick auf den See, durch erhöhtes Sitzen oder Sichtschneisen im Uferbewuchs, durch die Blütenfarbe Blau und durch Wasser im Garten selbst. Was schön ist, muss jeder selbst entscheiden. Die Bandbreite reicht von minimalistischer Gestaltung mit grauem Basalt über Kieselmosaik kombiniert mit bunten Murmeln. Es gibt künstlerisch gestaltete Gärten, seniorengerechte Hochbeete mit Kräutern und einen stilechten Bauerngarten samt Kopfweiden. Geöffnet ist die Landesgartenschau noch bis 12. Oktober 2014 (Tageskarte 15,50 Euro). Anschließend wird das meiste wieder zurückgebaut. Natürlich nicht das schöne neue Seebad im gefluteten Tagebaugelände mit Liegewiese, Strand und Seebühne. Daran werden sich die Zülpicher und ihre Gäste hoffentlich noch viele Jahre erfreuen.

Hochbeete erleichtern das Gärtnern für Senioren.

Hochbeete erleichtern das Gärtnern für Senioren.

14 Gestaltungsbeispiele zeigen die Vielfalt von moderen Hausgärten.

14 Beispiele zeigen die Vielfalt moderner Hausgärten.

Einer von Deutschlands besten Gartengestaltern lädt in sein privates Refugium

HanggartenBerg

Durch die naturnahe und nachhaltige Gestaltung hat der Privatgarten von Peter Berg Vorbildfunktion.

Seit mehr als 20 Jahren bearbeitet einer der besten Gartengestalter des Landes einen ehemaligen Weinberg in Sinzig-Westum (Rheinland-Pfalz). Nun öffnet Peter Berg, der 2011 den TASPO-Award in der Sparte Gartendesign gewann, sein privates Refugium für Gäste.  An zwei Sonntagen, 26. Mai und 23. Juni 2013, führen Peter Berg und sein Sohn Daniel im Rahmen der „Offenen Gartenpforte Bonn und Region“ jeweils ab 11 Uhr sowie ab 14 Uhr über das 1.200 Quadratmeter große Grundstück. Dabei erklären die Landschaftsgärtner das Terrassen-Konzept mit blühenden Stauden, Gräsern und Gehölzen im Wechsel mit Tomaten und Salat, die von Natursteinmauern in alter Handwerks-Kunst unterteilt sind. In außergewöhnlicher Atmosphäre können die Gäste eine traumhafte Aussicht und Erfrischungen genießen. Geöffnet ist der Garten des Gärtners an den beiden Tagen jeweils von 10 bis 19 Uhr.

Was: Führungen durch den Hanggarten von Peter Berg
Wann: Sonntag, 23. Mai, Sonntag 23. Juni, 11 und 14 Uhr
Wo: Wachtelweg 21, Sinzig-Westum
Auskunft: Telefon 026 42/90 29 70

Tweets steuern einen futuristischen Garten auf der Chelsea Flower Show

Digitial Capabilities High res

„Digital Capabilities“ ist derzeit auf der Chelsea Flower Show zu sehen.

Zu ihrem 100. Geburtstag gibt sich die altehrwürdige Chelsea Flower Show (CFS) moderner als je zuvor. In London ist ein Garten zu sehen, der auf Online-Aktivitäten reagiert. Die britischen Design-Brüder Harfleet & Harfleet präsentieren ihre futurisches Projekt „Digital Capabilities“ (digitale Möglichkeiten), das sich von Blumenfreunden aus der ganzen Welt per Internet fernsteuern lässt. Es entstand in Zusammenarbeit mit Wissenschaftler der University of Lincoln (Großbritannien).

Den Vordergrund des Gartens bilden gängige Stauden und Gräser. Eine Trennwand verdeckt den hinteren Teil mit exotischen Pflanzen. In die Wand eingelassen sind zahlreiche Fenster, die von einem Computer gesteuert werden. Er reagierte auf Kurznachrichten im Internet-Dienst Twitter: Je mehr Menschen unter dem Schlagwort (Hashtag) #rhschelsea über die Flower Show diskutieren, desto mehr Fenster öffnen sich und geben den Blick auf den verborgenen Garten frei. Zu den ersten Besuchern sollen Kim Wilde und Ringo Star gehört haben, war zumindest bei Twitter zu lesen.

Der moderne Twitter-Garten kam bei der traditionsreichen Royal Horticultural Society, die die Gartenschau ausrichtet, gut an: Das Design wurde mit einer Goldmedaille ausgezeichnet.

Blüten ohne Ende: Orchideen-Experten der Herrenhäuser Gärten laden zur Tropenhausschau und geben Tipps

Phalaenopsis werden in Pinienrinde gepflanzt, empfiehlt Orchideen-Experte Wilfried Schult. (Foto: Verena Groß)

Im Tropenhaus der Herrenhäuser Gärten öffnen sich die Knospen. Zur Eröffnung der Orchideenausstellung „Phalaenopsis – Orchideen der Sehnsucht“ am Donnerstag, 2. Februar werden viele der mehr als 25.000 Sorten der „Falter-Orchidee“ in voller Blüte stehen. Bis zum 29. Februar kann Europas größte Dauerausstellung der Blühpflanzen täglich zwischen 9 und 17.30 Uhr besucht werden.

Wer sich blühende Orchideen ins Haus holen will, sollte mit einer Phalaenopsis-Art anfangen. Die Herrenhäuser Experten geben Tipps für Einsteiger. „Sie sind robust und ertragen auch mal Anfängerfehler“, erklärt Orchideen-Gärtner Stefan Häke. Wichtig beim Kauf seien grüne, straffe Blätter und ein gut durchwurzelter Topf. Zwei Blütenrispen statt nur einer sind ebenfalls Zeichen für gute Gesundheit. Fünf Experten-Tipps:

Tipp 1: Keine Blumenerde

Phalaenopsis wachsen in ihre Heimat auf Bäumen. Ihre Wurzeln hängen also in der Luft und graben sich nicht etwa durch den Boden. Im Berggarten wachsen die Orchideen deshalb auf Pinienrinde aus Frankreich oder Italien. „Das Beste Substrat ist allerdings selbst gemacht. Dafür muss man nur frische Kiefernzapfen sammeln und Schreddern“, verrät Berggarten-Experte Wilfried Schult. Es reicht, alle zwei Jahre umzutopfen. Die beste Zeit dafür ist von März bis September.

Tipp 2: Selten aber kräftig gießen

Noch immer würde sich hartnäckig die Geschichte vom Fingerhut voll Wasser pro Woche. „Das ist aber Unsinn“, sagt Berggarten-Experte Lothar Dörlitz. Im Regenwald regnet es zuweilen heftig, anschließend trocknen die Orchideen in luftiger Höhe sehr schnell ab. Deshalb dürfen Orchideen auf der Fensterbank zwar ordentlich gegossen werden. Staunässe im Übertopf lässt sie jedoch verfaulen. „Am besten alle ein bis zwei Wochen ins Wasser tauchen und das Substrat danach gut abtropfen lassen“, rät Dörlitz. Blähton im Übertopf saugt dann nachlaufendes Gießwasser auf.

Tipp 3: Wenig düngen

Orchideen sind Hungerkünstler. Denn in den Ästen der Bäume bekommen sie mehr Licht als auf dem Boden, dafür kaum Nährstoffe. Wird die Pflanze auf Fürsorge zu viel gedüngt, lässt das Salz sie absterben. Deshalb sollte schwach dosierter Orchideen-Dünger genommen werden, rät Stefan Häke. Den braucht die Pflanze auch nur, wenn sie ein neues Blatt oder einen neuen Trieb bekommt. „Als Faustregel kann man sagen: Von Frühling bis Herbst alle zwei bis vier Wochen düngen.“

Tipp 4: Nicht in pralle Sonne stellen

Die meisten Orchideen wachsen unterhalb der Baumkrone – hell aber nicht direkt in der Sonne. Fenster mit Ost- oder Westausrichtung sind ideal. „Aber auch in einem Nordfenster, wenn es nicht durch Bäume beschattet ist, fühlen sich Orchideen wohl“, erklärt Dörlitz. Bekommt die Orchidee zu wenig Licht, werden die Knospen gelb und falle ab. Gänzlich ungeeignet für Phalaenopses sind Südfenster, da sie dort verbrennen. „Aber eigentlich gibt es bei rund 3000 Arten für jeden Standort eine geeignete Orchidee.“ Dörlitz rät, im Fachhandel nachzufragen.

Tipp 5: Gelegentlich pflegen

Verblühte Rispen sollten über dem zweiten oder dritten Auge abgeschnitten werden. Verfärbte Blätter am besten nicht abschneiden, sondern erst nach dem vertrocknen vorsichtig abzupfen. „Wer sich an die paar Regeln hält wird schnell merken: Orchideen sind sehr dankbare Pflanzen, die zum Teil ununterbrochen blühen“, beteuert Dörlitz.

Ausflugstipp zu Ostern: Lustwandeln, Eiersuchen und Kutschfahrten in den Herrenhäuser Gärtener

Ostern in den Herrenhäuser Gärten: In der Kutsche geht es an den blühenden Rabatten entlang. Foto: Rainer Dröse/Neue Presse

Zum Spaziergang mit Aktionen laden die Herrenhäuser Gärten in Hannover für Ostersonntag ein. Von 10 bis 17 Uhr gibt es für Familien Begegnungen mit dem Osterhasen. In den blühenden Beeten, an den Gehwegen und zwischen Bäumen werden fleißige Hasenhelfer Süßigkeiten für die Kinder verstecken.
An der barocken Mitspielstation „Spielen wie ein Fürst“ und beim Pflanzen von Kapstachelbeeren können sich Kinder austoben. Den Tag über gibt es Gratis-Führungen durch das Galeriegebäude, das sonst nur zu besonderen Anlässen geöffnet ist. Außerdem können die Gäste erstmals den Großen Garten bei Kutschfahrten aus einer neuen Perspektive erleben – das hat es noch nie gegeben. Wer  mag, kann den Garten auch mit einem Segway-Roller erkunden. Für die musikalische Begleitung sorgen der Mädchenchor Hannover und das Barockensemble Herrenhausen.
Der Eintritt kostet fünf, ermäßigt drei Euro.

Vorschau: Auf die Bundesgartenschau mit Kinder?

Foto: Verena Groß

Blumen? Wie laaaangweilig! Mit Beeten und Parks sind  Kinder schwer zu locken. Dennoch werden wir am Eröffnungswochenende vom 15. bis 17. April die Buga2011 zu viert besuchen. Denn die Bundesgartenschau in Koblenz hat mehr zu bieten als Tulpen und Narzissen. Mit der Eröffnung  schweben die Besucher in einer Seilbahn quer über den Rhein hoch zur Festung Ehrenbreitstein. Dort können sich Mutige in einem Erlebnisklettergarten austoben. Und am noch kürzlich überfluteten Deutschen Eck entsteht derzeit der modernste Wasserspielplatz des Landes. Dagegen sind Blumenbeete tatsächlich nicht so spannend.

Über unsere Erfahrungen werde ich anschließend berichten. Interesse?