Die Kolumne: Gloihniche Deuwel oder Essigwasser für leuchtende Fratzen

Ganz schön gruselig: Auch in Deutschland leuchten zu Allerheiligen traditionell die Fratzen.

Was Iren und Amerikaner können, können wir auch. Also schmücken wir überall für Halloween, auch wenn keiner so genau weiß, was wir da eigentlich feiern. Die leuchtenden Fratzen aus Kürbissen sind jedoch ein Reimport. In Deutschland werden dafür traditionell Rüben genommen.

Die Kinder zogen im Spätherbst oder gar am Martinstag mit den leuchten Fratzen aus Zucker-, Runkel- oder Steckrüben umher, die je nach Region „Riabagoaschtern“ (Schwaben), „Flenntippln“ (Oberlausitz), „Rubebötz“ (Thüringen), „Gloihniche Deuwel“ (Westerwald) und „Kipkapköögels“ (Ostfriesland) heißen. Warum inzwischen Kürbisse beliebter sind (die seit eh und je in der Steiermark als „Kürbislotter“ gibt), liegt auf der Hand: Die Fratzen werden größer und sind einfacher zu schnitzen, weil sich die Kürbisse besser aushölen lassen.

Wer jetzt den Kürbis schnitzt, läuft allerdings Gefahr, dass dieser den Vorabend von Allerheiligen am 31. Oktober nicht mehr erlebt – weil der Schimmel das Gemüse  dahin gerafft hat. Keime in der Fratze lassen sich jedoch abtöten, indem man den Kürbis mit Essigwasser auswäscht. Es soll auch helfen,Vaseline auf die Schnittränder zu schmieren. Und kühl aufbewahren. Wer dem Gerücht glaubt, Haarspray halte die Fratze frisch, könnte eine Überraschung erleben. Wenn nämlich nicht nur die Kerze, sondern gleich der ganze Kürbis brennt. Schön schaurig ist das allemal.

Bastelei: Mit einem Messer, Kerzen und etwas Geschick können Zuckerrüben leuchten.

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