Die Kolumne: So wird der Garten zur Mördergrube

Der Fingerbut: Hübsche Blüte, schneller Tod.

Ihnen kommt kein Gift in den Garten? Auch wir kratzen das hartnäckige Unkraut aus den Fugen. Ich jedenfalls. Es gibt jedoch ein Familienmitglied, das die Wege mit einer Art Bunsenbrenner bearbeitet und dabei den Bambus in Brand setzt. Gespritzt wird jedenfalls nicht. Denn Unkrautvernichter verschwinden ja nicht einfach wieder. Die Gifte sammeln sich an und landen irgendwann im Salat. Das heißt aber nicht, dass alles giftige im Garten unerwünscht ist. Gerade wurde in einem Krimi wieder ein Mann mit Blauem Eisenhut (Aconitum napellus) abgemurkst. Von seiner frustrierten Frau. Die Vergiftung machte sich erst durch ein Prickeln auf den Lippen und eine Taubheit der Zunge bemerkbar. Danach begann der ganze Körper taub zu werden, das Herz zu rasen und schließlich wurde das Atmen unmöglich. Kein schöner Tod. Bereits wenige Gramm reichen. Bei uns im Garten setzt der Blaue Eisenhut gerade zu Blüten an. Das ist noch nicht alles. Pflanzenteile des Roten Fingerhuts (Digitalis purpurea) sind ebenfalls tödlich. Wer zwei bis drei der bitteren Blätter isst, kann sterben. Erst wird einem Übel, dann folgen Ohrensausen, Schwindelanfälle und schließlich schlägt das Herz immer langsamer. Im hinteren Teil der Beete samt sich bei uns im Garten verlässlich der Fingerhut aus. Ich lasse ihn wegen seiner hübschen Blütenstände stehen. Nur wegen der Blüten und nicht der Familienmitglieder, die den Bambus abfackeln. Ehrenwort!

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