Fünf Profitipps: Beim Rosenschnitt nur nicht zimperlich sein

Schneiden nicht Quetschen: Eine gute Schere ist Voraussetzung für den Rosenschnitt, sagt Ralf Siekmann. (Foto: Frank Wilde)

Wenn die Forsythien blühen, ist es Zeit für den Rosenschnitt. Ralf Siekmann, Leiter der Historischen Rosengärten Hemmingen bei Hannover, gibt fünf Tipps.

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Tipp 1: Jedes Jahr schneiden

Alle Rosen, die häufiger blühen, brauchen einen Frühjahrsschnitt. „Wobei Beetrosen kräftiger geschnitten werden müssen als Strauchrosen.“ Der Profi empfiehlt, nicht oben zu beginnen, sondern erst unten die Basis zu schneiden. Alles, was schwach, krank oder verholzt ist, muss raus. „Dann hat man schon die halbe Miete.“ Anschließend wird alles Erfrorene und Vertrocknete entfernt.

Tipp 2: Kletterrosen auslichten

Bei Kletterrosen muss alle ein bis zwei Jahre ein alter Ast raus, damit sie nicht von unten verkahlen. Das schafft nur einer Säge. „Es erfordert ein wenig Mut, und die meisten trauen sich das nicht – doch nur so bilden sich neue, gesündere Triebe mit vielen Blüten.“ Außerdem sorgt der sogenannte „Auslichtungsschnitt” für bessere Durchlüftung, und Pilze können sich nicht so leicht ausbreiten. Bei Strauchrosen entfernen Profis ein Drittel bis die Hälfte der älteren Triebe. „Kleinstrauchrosen sind etwas für Faule, die kann man mal ein Jahr vergessen, ohne dass sie es einem übel nehmen”, so Siekmann.

Tipp 3: Nur mit guter Rosenschere

Ganz wichtig ist das richtige Werkzeug. „Eine gute Rosenschere ist das A und O“, betont Siekmann. Da lohne es sich, ein wenig Geld zu investieren. Eine falsche Schere quetscht das Holz, statt es zu schneiden. Dann stirbt der Ast im schlimmsten Fall ab. „Oder man schafft  eine Eintrittsstelle für Krankheiten.“

Tipp 4: Anschließend organisch düngen

Anschließend braucht die Rose neue Kraft für den Austrieb. Deshalb wird nach dem Schnitt gedüngt. „Ich empfehle organischen Rosendünger, da kann man nichts falsch machen“, rät Siekmann. Denn der werde langsam von Mikroorganismen freigesetzt. „Blaukorn düngt hingegen zu kurzfristig und ist nicht gut geeignet.“ Bei der Menge sollte man sich an die Packungsangabe halten, „wobei eine Beetrose weniger Dünger braucht als eine Kletterrose“.Ein zweites Mal düngen Profis direkt nach der Blüte, dann ist für den Rest der Saison Schluss. Auch Kompost und abgelagerter Pferdemist eignen sich, allerdings sei es schwierig, damit die richtige Menge abzuschätzen.

Tipp 5: Richtige Sorte auswählen

Rosen in Töpfen lassen sich ganzjährig pflanzen. „Es gibt mittlerweile auch für jeden Gärtner die passende Sorte.“ Wer sich nicht sicher ist, sollte warten, bis die Rosen blühen. „Dann kann man die Nase hineinstecken.“ Es kommen immer neue, robustere Züchtungen auf den Markt, die zudem öfter blühen und zum Teil auch noch duften. Unter den Kleinstrauchrosen empfiehlt der Profi „Diamant”, „Heidetraum” und „Schneeflocke”. Siekmanns Favorit unter den Englischen Rosen ist „Teasing Georgia” mit hellgelber, gefüllter Blüte. „Sie ist pflegeleicht, öfterblühend und kann als Strauch oder kleine Kletterrose gezogen werden.“ In jeden Garten passe die pflegeleichte Strauchrose „Rose de Resht” mit kaminroter bis purpurfarbener gefüllter und duftender Blüte. Die historische Rose gedeihe sogar im Halbschatten.

Bitte lächeln: Fotograf Frank Wilde zoomt Ralf Siekmann beim Rosenschneiden mit der Kamera nah heran. (Foto: Verena Groß)

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