Blumen zum Muttertag – ist das eigentlich noch zeitgemäß?

Muttertag naht – zur Freude der Floristen.

Muttertag naht – zur Freude der Floristen.

Der Muttertag ist aktuell wie eh und je. „Denn Frauen leisten in den Familien heutzutage doch Unglaubliches“, sagt Familientherapeutin Michaela Herchenhan. Und über eine Aufmerksamkeit in Form eines Blumenstraußes auf einem schön gedeckten Frühstückstisch freut sich garantiert jede Frau.Die stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie ist eine Verfechterin des „Mütterwertschätzungstages“. Gerade in Deutschland sei dieser notwendig, wo doch die Erziehungsarbeit noch hauptsächlich zuhause stattfinde und es zudem immer mehr alleinerziehende Mütter gebe. „Es ist dringend notwendig gesellschaftlich anzuerkennen was Mütter leisten – auch im volkswirtschaftlichen Sinne.“

Idee stammt von amerikanischer Feministin

Denn der Muttertag ist weder eine Werbeidee der Blumenhändler, noch ist er zur politischen Propaganda erfunden worden. Die Idee stammt vielmehr von einer amerikanischen Feministin. Anna Jarvis ehrte 1908 erstmals öffentlich die Verdienste ihrer Mutter im Bürgerkrieg. Und ließ Blumen sprechen­ – roten Nelken für die noch lebenden und weiße für die verstorbenen Mütter. Es dauerte einige Jahre, bis die Idee nach Europa schwappte. Deutschland feierte 1922 erstmals den Ehrentag, einige Jahre später wurde als fester Termin der zweite Maisonntag festgelegt.

Je älter die Kinder, desto geringer das Interesse

„Heute feiern hauptsächlich Familien mit kleinen Kindern – denn in den Kindergärten wird für Muttertag gebastelt“, hat Herchenhan beobachtet. Werden die Kinder älter, lässt das Interesse des Nachwuchses häufig nach. „Dabei brauchen Mütter keine großen Geschenke, um sich zu freuen“, stellt Herchenhan klar. Vielmehr würden sie sich über die Bemühungen der Kinder freuen, sich etwas einfallen zu lassen.„Blumen haben immer noch eine hohe Aussagekraft“, betont die Familientherapeutin. In Verbindung mit einem Muttertags-Früh­stück, einer Einladung zum selbst gekochten Abendessen oder einem Gutschein für einen gemeinsamen Ausflug wird daraus ein liebevolles Geschenk.„In den Familien fehlt es immer mehr an Zeit und Gelegenheiten, die zusammen erlebt werden“, bemängelt die Therapeutin. Das gemeinsame Mittagessen, das ausführliche Sonntagsfrühstück oder Familien-Unternehmungen würden immer seltener.

Muttertag nicht ohne Gespräch ausfallen lassen

Zu den Hauptaufgaben ihrer therapeutischen Tätigkeit gehöre es inzwischen, wieder Beziehungs- und Zusammensein-Rituale in den Familien einzuführen. Der Muttertag könne da ein guter Anlass sein, etwas miteinander zu tun, regt Herchenhan an.Lässt ein Kind den Blumenstrauß oder eine andere Aufmerksamkeit zu Muttertag ausfallen, sollte die Mutter das nicht kommentarlos hinnehmen, meint Familientherapeutin Michaela Herchenhan aus Aurachtal. „Gerade bei Kindern in der Adolozenz ist Dialog sehr wichtig.“ Andererseits halte sie nichts davon, dass Jugendliche widerwillig an der Tradition festhalten müssen. „Eine Mutter hätte keine Freude daran wenn sie sieht, dass es dem Kind unangenehm ist.“

Der Gartenbuchtipp: Schöner wohnen im Garten

Schöner, grüner, nachhaltiger: Die Ansprüche an die Außengestaltung eines Hauses wachsen – und auch der Wunsch, den Garten in den Wohnbereich mit einzubeziehen. Peter Bergs Ideenbuch ist ein Paradebeispiel dafür, wie der Garten architektonisch optimiert werden kann: Natursteine bringen Struktur und Beständigkeit in den Freiraum. Plastikmöbel auf dem Rasen und Wegwerfgrills werden abgelöst von wohnlichen Terrassen und Außenküchen – wer auf langlebige Investitionen achtet, landet zwangsläufig bei Natursteinen.

Sie überdauern nicht nur den jahreszeitlichen Wandel der Blätter und Blüten, sie überdauern sogar Generationen. Wird das Material fachgerecht verarbeitet, werden die Steine mit der Zeit sogar immer schöner. Leicht verständlich erklärt der Garten- und Landschaftsbauer Peter Berg gemeinsam mit der Journalistin Petra Riedel, worauf es ankommt. Erst kürzlich wurde der Planer als bester Gartendesigner Deutschlands ausgezeichnet; doch sein Ideenbuch ist unverkennbar auch das Werk eines Praktikers, es enthält neben klugen Gedanken handfeste Tipps.

Der Leser lernt, dass parallel zum Haus verlaufende Fugenbilder harmonisch wirken, bequeme Treppen am besten einen Abstand von zehn bis 15 Zentimetern zwischen den Stufen haben und Terrassen sowie Wege mit einem Gefälle von ein bis zwei Prozent gepflastert werden sollten: Dann kann das Wasser abfließen und wird das Ansiedeln von Algen und Moosen verhindert. Wie das Ergebnis aussieht, zeigt das Buch in großformatigen Fotos. Im zweiten Teil geben zehn Porträts gelungener Naturstein-Gärten in Deutschland, USA und Spanien Inspirationen für attraktive Umsetzungen. Dies ist ein wirklich gelungenes Buch zum Schwelgen und zum Planen.

*Peter Berg, Petra Riedel: „Das große Ideenbuch Naturstein im Garten“. Becker-Joest-Volk Verlag, 192 S., 39,90 Euro.

Die Kolumne: Schlichtweg zu Tode gefüttert – oder Thekla, die Fliegenfalle

Mein erstes Haustier: Thekla, die Venusfliegenfalle.Das Spektakulärste, was das Pflanzenreich zu bieten hat, ist die Venusfliegenfalle. Ich bekam das fleischfressenden Wesen quasi als allererstes Haustier im Grundschulalter geschenkt. Endlich etwas, was ich füttern und pflegen konnte. Doch welche Enttäuschung. Ich reichte meiner Tekla (oh ja, ich geben meinen Pflanzen Namen) jede Menge Fliegen, doch sie klappte nicht ein einziges Mal die Blätter zusammen. Da hörte ich, dass der Mechanismus (der dem Umstülpen einer Kontaktlinse ähnelt) nur funktioniert, wenn die Härchen im Blatt durch Bewegung gereizt werden. Es führte dazu, dass ich einen Sommer lang ständig auf der Jagd nach Spinnen, Ameisen und Käfern war, die ich meiner Mitbewohner lebendig in die Blätter stopfte. Hätte mir ja auch mal jemand sagen können, dass die Blätter spätestens nach dem siebten Mal verdauen absterben. Ich habe das arme Gewächs schlichtweg zu Tode gefüttert.

Blüten ohne Ende den ganzen Sommer hindurch oder Omas Geranien sind wieder in

Altbacken hin oder her: Die ohnehin schon pflegeleichte Geranien sind durch Neuzüchtung noch verlockender geworden.

Altbacken hin oder her: Die ohnehin schon pflegeleichte Geranien sind durch Neuzüchtung noch verlockender geworden.

Großmutters Liebling kommt wieder in Mode: Die gute alte Geranie wird gerade von jungen Menschen neu entdeckt. Denn die blühfreudige Pflanze (die Gärtnerbezeichnung lautet Pelargonie) ist sehr pflegeleicht. Zudem kommen Geranien mit einer Vielfalt an Wuchsformen und Blütenfarben alles andere als altbacken daher.
Es sprechen also viele Argumente für Geranien als Sommerbepflanzung von Kästen, Kübeln und auch Beeten:

Wenig Pflege: Geranien vertragen pralle Sonne und hohe Temperaturen ohne gleich zu vertrocknen. Auch längere Regenphasen machen Geranien wenig aus, solange das Wasser ablaufen kann. Als einzige Pflege empfiehlt sich gelegentliches Abzupfen von Verblühtem. Bei aufrecht wachsenden Geranien fallen die Blüten nicht ab. Das hat den Vorteil, dass sie den Boden nicht verdrecken.

Neue Züchtung: So genannte halbhängende Geranien haben von zwei Sorten die besten Eigenschaften mitbekommen. Von den stehenden Geranien stammen die großen Blüten. Sie produzieren unermüdlich neue Knospen. Blühpausen gibt es nicht mehr – halbhängende Geranien zeigen durchgehend von Mai bis Oktober ihre üppige Pracht. Das robuste Laub haben sie hingegen von den Hängegeranien vererbt bekommen. Zum einen verbrennt es nicht in der prallen Sonne. Zum anderen ist es selbst bei anhaltend feuchter Witterung widerstandsfähig gegen Pilze und andere Krankheiten. Außerdem wachsen halbhängende Geranien sehr schnell. Damit hat sich das Problem erledigt, dass Geranien in Kästen und Kübeln von anderen Blühpflanzen wie Petunien überwuchert werden können. Halbhängende Geranien bleiben trotz ihrer Wuchskraft recht kompakt.

Neue Farben: Die beliebtesten Geranien-Blüten sind immer noch Rot. Die klassische Farbe für Balkongeranien gibt es heute in allen Nuancen zwischen sehr hell und sehr dunkel. Beliebt sind auch die klassischen Farben Rosa und Weiß. Dank der Züchter ist die Farbpalette für Geranien noch nicht erschöpft. Voll im Trend sind derzeit Signalfarben, wie Pink und Violett. Außerdem gibt es Blüten in Modefarben wie Lachs, Dunkellila sowie Flieder. Immer beliebter werden auch so genannte geäugte Geranien: Eine am Rand schneeweiße Blüte geht in eine rote Mitte über oder eine pinkfarbene Mitte zerfließt mit einem rosa Rand.

Gartenarbeit bringt die Hormone in Wallung – oder warum bunte Primeln Frühlingsgefühle wecken

Frühlingsgefühle: Primeln in kräftigen Farbtönen sind ein traumhafter Kontrast zum zurückliegenden Wintergrau. (Bildnachweis: GMH/FGJ)

Wenn die Tage länger werden und die Sonne an Kraft gewinnt, wächst die Sehnsucht nach frischen Farben und zarten Blüten. Glücklicherweise bieten die Blumengeschäfte und Gärtnereien bereits die ersten Topfprimeln an. Die bunten Vorboten des Frühlings in Gelb, Blau, Rot und Weiß sind nicht nur schön anzusehen, sie können regelrecht glücklich machen.

Denn der Frühling löst ein Gefühl des Neubeginns aus. Die Natur erwacht und im Menschen findet eine hormonelle Umstellung statt, erklärt Professor Helmut Schatz, Internist und Mediensprecher der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (der Lehre von den Hormonen und vom Stoffwechsel). Er zitiert aus dem Gedicht „Stufen“ von Hermann Hesse: „Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne”.

Zum einen sind es die Lichtveränderungen, das Ende der dunklen Jahreszeit, die das Glücksgefühl hervorrufen, erklärt der emeritierte Professor der Ruhr-Universität Bochum. Die Kraft der Sonne sei gewaltig. „In den Wohnungen werden die Menschen von höchstens 500 Lux bestrahlt, draußen in der prallen Sonne können es bis zu 100.000 Lux sein.“

Während im Winter vermehrt das Schlafhormon Melatonin erzeugt werde, beginnt der Körper im Frühling zunehmend unter Einfluss des Glückshormons Serotonin zu stehen. Ausgelöst werden diese Vorgänge auch durch Farben und Düfte. „Pflanzen können da eine große Rolle spielen.“ So appelliert der Internist, Blumen zu verschenken. „Das regt die Sinne an und bereitet Freude.“ Bunte Blüten im Frühling könnten durchaus helfen, Frühlingsgefühle in Gang zu bringen.

Und auch Gerüche haben einen großen Einfluss. „Der Mensch ist viel duftgesteuerter, als viele denken.“ Diesmal zitiert Schatz das Gedicht „Frühling“ von Eduard Mörike: „Süße, wohlbekannte Düfte streifen ahnungsvoll das Land; Veilchen träumen schon, wollen balde kommen.“

Der Mensch müsse aber nicht unbedingt an Stiefmütterchen oder Primeln riechen, um in Wallung zu geraten. Wichtig sei auch der Geruch von feuchter Erde, wenn der Boden taut. Dieser erinnert den Menschen daran, dass bald die Blütenpracht des Frühlings kommt. Es helfe also, die Beete oder Balkonkästen zu bepflanzen, um durch die Sonnenstrahlen und den Geruch von verrotteten Blättern die Hormone ordentlich in Schwung zu bringen. Die ersten bunten Primeln könnten diesen Effekt noch steigern.

Jetzt Primeln pflanzen

Als fröhlich-bunte Bepflanzung von Balkonkästen und Terrassenkübeln eignen sich Topfprimeln in mehreren Farben. Elegant wirkt hingegen eine Kombination aus harmonisierenden Tönen wie zartrosa Kugelprimeln mit weißen Topfprimeln sowie hellblauen Stiefmütterchen und Hyazinthen. Primeln bevorzugen einen kühlen Platz und sollten nicht in der Nähe der Heizung stehen. Ihre Erde sollte feucht aber nicht zu nass gehalten werden.

Echt pfiffig: Die beste Idee für eine Tomatenzucht auf dem Balkon kommt aus England

Gemüseanbau auf engstem Raum: Der Pflanzsack-Rahmen ermöglicht Tomatenanbau auf dem Balkon.

Fürchterlich praktische Idee aus England: Der “Grow Back Frame”  also dem Pflanzsack-Rahmen macht den Gemüseanbau auf engsten Raum einfach. Auf die Auffangschale des Edelstahl-Gerüsts wird ein Pflanzsack gelegt. Anschließend müssen drei Löcher in die Folie geschnitten werden. Und zwar an den Stellen, wo die Rankhilfen sitzen.

Anschließend pflanzt man Setzlinge in die Löcher. So können Tomaten, Gurken, Zucchini, Erbsen und Bohnen  auf kleinsten Raum (etwa auf dem Balkon oder der Terrasse) gedeihen. Wem die drei Kunststoffbänder nicht reichen, zieht als Rankhilfe ein Netz ein. Wenn Hagel kommt, Dauerregen die Tomaten gefährdet oder mal gewischt werden muss, lässt sich das Gerüst samt Pflanzsack hochheben und woanders abstellen. Für den Winter wird das Gerüst platzsparend zusammengeklappt.

Die Idee wurde jetzt auf der Internationalen Pflanzenmesse in Essen (IPM)  vorgestellt, wo sich zum 30. Mal Produzenten der Gartenbaubranche einem Fachpublikum stellten. Der Messestand des kleinen englischen Produzenten kam bei den Messebesuchern gut an. Das Gerüst kostet gut 20 Euro und soll laut Hersteller demnächst in Deutschland über Manufactum vertrieben werden. Als  Zubehör bietet die Crown Garden Products aus England einen Pflanzbeutel zum selbst befüllen sowie farbenfrohe Schürzen zum verdecken des Substratsäcke an.

Ist die Erntezeit vorüber, wird die Erde aus dem Sack samt Pflanzenreste einfach kompostiert. Und Pilzinfektionen wie etwa die gefürchtete Braunfäule bei Tomaten gleich mit entsorgt.

Blüten ohne Ende: Orchideen-Experten der Herrenhäuser Gärten laden zur Tropenhausschau und geben Tipps

Phalaenopsis werden in Pinienrinde gepflanzt, empfiehlt Orchideen-Experte Wilfried Schult. (Foto: Verena Groß)

Im Tropenhaus der Herrenhäuser Gärten öffnen sich die Knospen. Zur Eröffnung der Orchideenausstellung “Phalaenopsis – Orchideen der Sehnsucht” am Donnerstag, 2. Februar werden viele der mehr als 25.000 Sorten der “Falter-Orchidee” in voller Blüte stehen. Bis zum 29. Februar kann Europas größte Dauerausstellung der Blühpflanzen täglich zwischen 9 und 17.30 Uhr besucht werden.

Wer sich blühende Orchideen ins Haus holen will, sollte mit einer Phalaenopsis-Art anfangen. Die Herrenhäuser Experten geben Tipps für Einsteiger. „Sie sind robust und ertragen auch mal Anfängerfehler“, erklärt Orchideen-Gärtner Stefan Häke. Wichtig beim Kauf seien grüne, straffe Blätter und ein gut durchwurzelter Topf. Zwei Blütenrispen statt nur einer sind ebenfalls Zeichen für gute Gesundheit. Fünf Experten-Tipps:

Tipp 1: Keine Blumenerde

Phalaenopsis wachsen in ihre Heimat auf Bäumen. Ihre Wurzeln hängen also in der Luft und graben sich nicht etwa durch den Boden. Im Berggarten wachsen die Orchideen deshalb auf Pinienrinde aus Frankreich oder Italien. „Das Beste Substrat ist allerdings selbst gemacht. Dafür muss man nur frische Kiefernzapfen sammeln und Schreddern“, verrät Berggarten-Experte Wilfried Schult. Es reicht, alle zwei Jahre umzutopfen. Die beste Zeit dafür ist von März bis September.

Tipp 2: Selten aber kräftig gießen

Noch immer würde sich hartnäckig die Geschichte vom Fingerhut voll Wasser pro Woche. „Das ist aber Unsinn“, sagt Berggarten-Experte Lothar Dörlitz. Im Regenwald regnet es zuweilen heftig, anschließend trocknen die Orchideen in luftiger Höhe sehr schnell ab. Deshalb dürfen Orchideen auf der Fensterbank zwar ordentlich gegossen werden. Staunässe im Übertopf lässt sie jedoch verfaulen. „Am besten alle ein bis zwei Wochen ins Wasser tauchen und das Substrat danach gut abtropfen lassen“, rät Dörlitz. Blähton im Übertopf saugt dann nachlaufendes Gießwasser auf.

Tipp 3: Wenig düngen

Orchideen sind Hungerkünstler. Denn in den Ästen der Bäume bekommen sie mehr Licht als auf dem Boden, dafür kaum Nährstoffe. Wird die Pflanze auf Fürsorge zu viel gedüngt, lässt das Salz sie absterben. Deshalb sollte schwach dosierter Orchideen-Dünger genommen werden, rät Stefan Häke. Den braucht die Pflanze auch nur, wenn sie ein neues Blatt oder einen neuen Trieb bekommt. „Als Faustregel kann man sagen: Von Frühling bis Herbst alle zwei bis vier Wochen düngen.“

Tipp 4: Nicht in pralle Sonne stellen

Die meisten Orchideen wachsen unterhalb der Baumkrone – hell aber nicht direkt in der Sonne. Fenster mit Ost- oder Westausrichtung sind ideal. „Aber auch in einem Nordfenster, wenn es nicht durch Bäume beschattet ist, fühlen sich Orchideen wohl“, erklärt Dörlitz. Bekommt die Orchidee zu wenig Licht, werden die Knospen gelb und falle ab. Gänzlich ungeeignet für Phalaenopses sind Südfenster, da sie dort verbrennen. „Aber eigentlich gibt es bei rund 3000 Arten für jeden Standort eine geeignete Orchidee.“ Dörlitz rät, im Fachhandel nachzufragen.

Tipp 5: Gelegentlich pflegen

Verblühte Rispen sollten über dem zweiten oder dritten Auge abgeschnitten werden. Verfärbte Blätter am besten nicht abschneiden, sondern erst nach dem vertrocknen vorsichtig abzupfen. „Wer sich an die paar Regeln hält wird schnell merken: Orchideen sind sehr dankbare Pflanzen, die zum Teil ununterbrochen blühen“, beteuert Dörlitz.

Die Kolumne: Der Glücksbambus ist eine Mogepackung oder Feng-Shue-Freude dank Drachenbaum

Mogelpackung: Der Glücksbambus ist eigentlich ein Drachenbaum.

Er ist kaum tot zu kriegen. Doch der Glücksbambus oder Lucky Bamboo ist eine Mogelpackung. Nicht weil er kein Glück bringt, nein daran glaube ich fest. Doch es ist kein Bambus sondern ein Drachenbaum (Dracaena sanderiana). Weil echter Bambus nicht lange in der Vase überlebt und die “Feng-Shue-Freude” damit nur von kurzer Dauer ist, verschenken die Chinesen seit Jahrhunderten robustere Drachenbaumstengel als Symbol für Glück, Gesundheit und Erfolg.

Pflegeleicht wie er ist, gedeiht der Lucky Bamboo selbst in dunklen Ecken in einem Glas Wasser. Wer länger etwas von der Pflanze haben möchte, sollte den möglichst dicken Stamm einpflanzen (egal ob in Erde, Hydro oder Seramis). Glücksuchende Gärtner interessiert dann vor allem die Zahl der Triebe. Der Trick ist, die ausgetriebenen Blätter einfach abzuschneiden und zu hoffen. Manchmal bilden sich bei guter Pflege die doppelte oder gar dreifache Zahl an Knospen aus. Und das ist für einen Blumenfreund dann wirklich ein großes Glück – Bambus hin oder her.

Klee im Glück: Der grüne Neujahrsgruß zeigt bei richtiger Pflege rosa Blüten

Was für ein Glück: Der Klee blüht bei richtiger Pflege im Sommer.

Glücksklee wurde zum neuen Jahr wieder millionenfach verschenkt. Die wenigsten werden ihn allerdings blühen sehen. Denn bis zum Sommer sind die meisten Töpfchen längst im Müll gelandet. Schade eigentlich. Die Pflege lohnt sich, denn die kräftigen rosa Blüten in lockeren Dolden sind ein hübscher Gegensatz zu den dunkel gezeichneten Kleeblättern. Bis dahin ist allerdings ein wenig Geduld nötig.

Das Problem: In Wohnzimmer wird der kleine Klee (botanischer Name: Oxalis) schnell unansehnlich. Er braucht neben viel Licht vor allem eine kühle Umgebung, um sich wohl zu fühlen.

Im ungeheizten Wintergarten, im Treppenhaus und am kühlen Schlafzimmerfenster gedeiht er deutlich besser als in der warmen Stube. Sobald kein Frost mehr droht, darf der Klee an einen sonnigen Platz nach draußen. Am besten bekommt er vorher einen größeren Topf. Die Neujahrstöpfchen bieten den Wurzeln zu wenig Raum. Wer mehrere Töpfe Klee besitzt, kann sie zusammen pflanzen. Eine Schale oder ein großer Topf voller Glücksbringer im Garten wirken unwiderstehlich. Ausreichende Feuchtigkeit ist wichtig. Steht er zu trocken, lässt er die Blätter hängen.

Sogar auspflanzen lässt sich der Klee. Seine Zwiebeln müssen dann nur rechtzeitig vor dem Frost wieder ausgegraben werden, denn winterhart ist er nicht. Aber mit etwas Glück gibt es am Ende des Jahres wieder neuen Klee.

Die Kolumne – weichgeklopft ins Haus oder wie die heilige Barbara Gärtnern warten hilft

Dicke Dinger: Die Knospen der Zierkirsche blühen bis Weihnachten auf, wenn sie am 4. Dezember ins Haus geholt werden.

Nun verblühen die letzten Rosen und Astern – die Gartensaison ist vorbei. Doch es gibt Hoffnung: Bald öffnen sich die ersten neuen Blüten. Sie warten bereits in dicken Knospen am Kirschbaum.

Am 4. Dezember, dem Tag der heiligen Barbara, holen wir sie in die Wohnung. Der Legende nach soll die Jungfrau im Jahr 306 wegen ihres standhaften Glaubens nach einem Martyrium gestorben sein. Am Weihnachtstag öffneten sich auf ihrem Grab die Blüten. Äste von Süß- oder Zierkirsche aber auch Zweige von Apfelbaum, Schlehe und Forsythie eignen sich dafür. Doch nicht immer gelingt es, Heiligabend dadurch zusätzlichen Glanz in der Hütte zu bringen. Die Landwirtschaftskammer verbreitet die deprimierende Nachricht, der Klimawandel ist daran schuld. Oder, genauer gesagt, der milde Herbst. Denn Barbara-Zweige benötigen für ihre vorzeitige Blüte über mehrere Wochen Temperaturen zwischen zwei und vier Grad.

Auf die Blüten verzichten müssen wir nicht. Die Gärtnereien haben reichlich Zweige kalt gestellt. Die Tradition lebt weiter – dank moderner Kühlhäuser. Bevor sie in die warme Stube kommen, werden die Äste schrittweise an Zimmertemperatur gewöhnt. Damit die Äste genug Wasser ziehen könnten, sollten die Stielenden weichgeklopft werden. Alle drei Tage muss das Wasser gewechselt werden. So fällt uns die Wartezeit bis zum Frühjahr nicht mehr so schwer – Barbara sei Dank.